Aktuelles
Neuigkeiten
vom DBG
Bonhoeffertag / Couragetag – Projekte zu Mut und Miteinander
Seit einigen Jahren veranstaltet unsere Schule jedes Jahr Anfang Februar den Bonhoeffertag.
Dietrich Bonhoeffer, der Namensgeber unserer Schule, wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren und setzte sich in seiner Lebenszeit stark gegen den Nationalsozialismus ein. Als Theologe sprach er sich besonders innerhalb der Kirche gegen die Verfolgung von Juden aus, engagierte sich später aber auch außerhalb der Kirche. Dafür wurde er von den Nationalsozialisten am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg bei Regensburg hingerichtet. Um seinen mutigen Einsatz zu ehren, wurde unsere Schule 1986 Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium genannt. Und seit einigen Jahren nehmen wir diesen Tag zum Anlass, uns an einem Projekttag an Bonhoeffers Geburtstag mit Themen wie Courage, Mut und Akzeptanz auseinanderzusetzen.
Der diesjährige Bonhoeffertag begann mit einem kurzen gemeinsamen Auftakt im Infozentrum. Herr Dr. Jahn und Herr Junge begrüßten alle zum neuen Halbjahr und schilderten kurz die Hintergründe und den Ablauf des Tages. Anschließend gingen die Schüler in ihre jeweiligen Projekte oder Klassen, in denen sie sich mit unterschiedlichen Themen zu unseren Schulwerten auseinandersetzten.
Ein Überblick der Projekte:
Jahrgang 5: Selbstvertrauen und Stärke
Die 5. Klassen haben sich dieses Jahr zum Einstieg in die Tradition des Bonhoeffertages klassenintern mit Dietrich Bonhoeffer als Person beschäftigt. Zum Einstieg dafür haben die Kinder Power-Posen nachgemacht. Dabei handelt es sich um Körperhaltungen, die Eigenschaften wie Stärke, Selbstvertrauen oder Standfestigkeit symbolisieren. Diese Eigenschaften, welche ihm halfen, sich gegen die Nationalsozialisten zur Wehr zu setzen, hatte auch Dietrich Bonhoeffer. Durch das Nachahmen der Posen konnten die Kinder auch ihre eigenen Stärken besser erkennen. Zusätzlich sammelten sie ihr Vorwissen zu Dietrich Bonhoeffer und tauschten sich in der Klasse aus. Anschließend schauten sie gemeinsam eine Pressekonferenz und einen Film, um ihr Wissen über den Namensgeber unserer Schule noch zu erweitern, und gestalteten Steckbriefe und ein Quiz zum Film. Gemeinsam reflektierten sie über die Sichtbarkeit Dietrich Bonhoeffers in der Schule und kamen zu dem Entschluss, selbst kreative Produkte zu seiner Person für die Schule zu erstellen.
Jahrgang 6: Mut und Gerechtigkeit
Der 6. Jahrgang erprobte Mut in verschiedenen kreativen Bereichen. Dazu gehörte das Improvisationstheater auf der Bühne, das Entwickeln eines Raps mithilfe von selbsthergestellten Beats, der Mut beim Experimentieren mit Farben und Formen, die Recherche zu und das Vorstellen von mutigen Personen und das Schreiben von Texten jeder Art zum Thema Mut.
Jahrgang 7: Kooperation
Am Bonhoeffertag beschäftigte sich der 7. Jahrgang mit den Themen Kooperation und Vertrauen zueinander. Dabei absolvierten sie mithilfe ihrer Mitschüler blind einen Parcours, spielten Vertrauensspiele wie Mattenklatschen und stärkten ihre Kommunikation und Teamarbeit. Im Computerraum befasste sich eine weitere Gruppe mit dem Thema Barrierefreiheit. Dafür schaute sie sich den Alltag von erblindeten Menschen vor allem im Straßenverkehr, aber auch beim Einkaufen mit Rollstuhl und Blindenstock an, wozu die Brailleschrift, Geldscheine und das Erkennen von Ampelsignalen und Bodenmarkierungen gehörten.
Jahrgang 8: Extremismus im Netz erkennen: Hidden Codes – digitales Planspiel
Im Zuge des Bonhoeffertages setzte sich der Jahrgang 8 intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus im Internet und einem bewussten Umgang mit digitalen Medien auseinander. Ziel war es, die Schülerinnen und Schüler für extremistische Inhalte im Netz zu sensibilisieren und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um diese zu erkennen und richtig einordnen zu können. In einem digitalen Planspiel stellten die Schülerinnen und Schüler in simulierten Chats ihre Kenntnisse im Erkennen von fremdenfeindlichen oder rechtsradikalen Ansichten auf die Probe, indem sie typische Merkmale rechtsextremer Aussagen, sogenannte „Hidden Codes“, identifizierten, analysierten und kritisch prüften. Das Projekt wurde größtenteils als bereichernd empfunden, da sich viele nun besser vorbereitet fühlen, extremistischen Inhalten im Internet selbstbewusst und informiert zu begegnen.
Jahrgang 9: Demokratie und andere Herrschaftsformen – Planspiel
Der 9. Jahrgang hat sich mit der Demokratie beschäftigt. Und wie kann man das besser als in der Praxis Teil davon zu sein? So haben sich beispielsweise die Schülerinnen und Schüler von Frau Stenzig am Bonhoeffertag gedanklich auf eine Reise begeben. Gemeinsam auf einer Insel gestrandet … und von Null ein politisches System aufbauen. Jeder gehört einer Farbe an. Eine Farbe, eine Partei. Eine der Parteien die Regierung. Gearbeitet wurde mit Karten, welche gewisse Handlungen symbolisieren. Unerlässlich für den gemeinsamen Erfolg: Kooperation! Als unser Reporterteam in den Raum kam, waren die Jugendlichen produktiv am Diskutieren. Die rote Farbe sei gerade dabei gewesen, einen Umsturz der aktuell regierenden Farbe zu planen. Man kann von der Atmosphäre schlussfolgern, dass sie großen Spaß hatten, aber trotzdem einiges gelernt haben. „Ja, man hat Spaß“, sagte eine Schülerin.
Jahrgang 10 – Gemeinschaft
Der 10. Jahrgang hat das Thema “Gemeinschaft” auf verschiedene Art und Weise umgesetzt und erarbeitet. Eines der Projekte hat sich im Makerspace dabei auf das Unterthema “Landschaften der Gemeinschaft” konzentriert und auf kreative Art und Weise solche Landschaften hergestellt. Für diese Arbeit wurden ihnen 3D- gedruckte Häuser und Bäume zur Verfügung gestellt sowie Papier mit verschiedenen Farben, mit welchen die Schüler eine Gemeinschaft jeglicher Art zusammensetzen konnten. Um das Thema der Gemeinschaft zu unterstreichen, sollte sich außerdem jede Gruppe eine Geschichte über ihre Landschaft und, wie diese zustande gekommen ist, ausdenken. Ein anderes Projekt befasste sich mit Alltagshelden und deren Auswirkungen auf die Gemeinschaft. Neben Dietrich Bonhoeffer gibt es viele andere Personen, die Courage gezeigt haben und so die Gemeinschaft beeinflusst haben. Das Projekt bildete, um mehr über diese Personen, wie zum Beispiel Mahatma Gandhi, herauszufinden, Gruppen, in welchen sie Kurzvorträge vorbereitet und diese anschließend gegenseitig vorgestellt haben.
Jahrgang E: Internationale Vielfalt
Der E-Jahrgang beschäftigte sich in verschiedenen Projekten mit dem Thema Internationale Vielfalt, unter anderem in dem Projekt „Internationale Vielfalt auf dem Teller“. In diesem Projekt kochten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen verschiedene Gerichte, die aus Krisengebieten in verschiedenen Ländern der Welt stammen. Gekocht wurde zum Beispiel haitianischer Butterkuchen, somalisches Fladenbrot und ein gemischter Salat aus Gaza.
Diese Gerichte zeigten den Jugendlichen die kulturelle Vielfalt verschiedener Länder, zum Beispiel durch die Unterschiede bei den Zutaten des Butterkuchens. In der haitianischen Version des Rezepts gibt es beispielsweise auch Muskatnuss und andere Zutaten, die man in einem deutschen Butterkuchenrezept nicht findet.
Obwohl der Salat an sich einfach zuzubereiten war, ergaben sich hier Schwierigkeiten den Granatapfelsirup für das Dressing herzustellen.
Insgesamt gab das Projekt den Jugendlichen die Möglichkeit, den Ursprung verschiedener Gerichte kennenzulernen und Neues auszuprobieren.
Jahrgang Q1: Dokumentation
Der Q1 Jahrgang beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Dokumentation und Berichterstattung über diesen tollen Tag. Dazu teilte sich der Jahrgang in mehrere Gruppen auf und erarbeitete selbstständig verschiedene Formate. In diesem Zuge sind Video- und Audioformate entstanden sowie auch dieser Bericht. Weitere Gruppen beschäftigten sich auch mit der Erhebung von Daten zu den Themen Mut, Courage und Dietrich Bonhoeffer als Person.
Zusammenfassung
Der Bonhoeffertag an unserer Schule war ein voller Erfolg. In verschiedenen Jahrgängen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit zentralen Werten auseinander, die das Leben und Denken Dietrich Bonhoeffers geprägt haben. Themen wie Mut, Vertrauen, Kooperation, Gerechtigkeit, Extremismus, Demokratie und Vielfalt wurden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und kreativ aufgearbeitet. Dabei wurde deutlich, wie aktuell und bedeutend diese Werte auch heute noch sind. Die Ergebnisse zeigen, dass ein respektvolles Miteinander, Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein wichtige Grundlagen für unsere Gesellschaft und unseren Schulalltag sind, um dem Namensgeber dieser Schule und auch seinen Handlungen gerecht zu werden.
Das Dokumentationsteam der Q1
